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8. Digitale Infrastruktur und internationale Wettbewerbsfähigkeit

Digitale Infrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für leistungsfähige Forschung, moderne Lehre und internationale Kooperation. Sie spielt eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Berlin.

Die digitale Infrastruktur wird die Treiberin der Zukunft sein. Welche Projekte planen Sie, um die digitale internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes Berlin im Hochschulbereich zu sichern? Welche konkreten Ideen haben Sie für hochschul- und sektorübergreifende Lösungen?

Die digitale Infrastruktur in Forschung, Lehre und Verwaltung ist in der Tat eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Berlin. Die AfD unterstützt die Hochschulen darin, die digitale Infrastruktur auszubauen. Eine hochschulübergreifende Zusammenführung verschiedener Verwaltungs-, Lehr- und Serviceprozesse einzelner Hochschule in einem einzigen, integrierten IT-System könnte die Effizienz steigern und die Verbindung zwischen einzelnen Einrichtungen stärken, darf aber nicht dazu führen, bewährte Systeme ohne gleichwertigen Ersatz auslaufen zu lassen oder hochschulspezifische Entwicklungen gänzlich auszubremsen.

Wir werden Berlin als international wettbewerbsfähigen Wissenschaftsstandort stärken, indem wir die digitale Infrastruktur an Hochschulen modernisieren, sicherer machen und unabhängiger aufstellen. Dafür setzen wir auf ein zentrales, hochschulübergreifendes Campusmanagementsystem, verbindliche IT-Sicherheitsstandards sowie eine landesweite Incident-Response-Struktur.

Gleichzeitig wollen wir digitale Souveränität stärken und Abhängigkeiten von außereuropäischen Plattformen reduzieren. Deshalb setzen wir auf europäische, gemeinwohlorientierte und quelloffene Lösungen sowie offene Standards. Hochschul- und sektorübergreifend wollen wir Wissenschaft, Start-ups, Industrie und Verwaltung stärker vernetzen, etwa über Zukunftsorte, Reallabore und gemeinsame Innovationsstrukturen. So schaffen wir bessere Bedingungen für Transfer, Forschung und internationale Kooperationen.

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute die Grundvoraussetzung für exzellente Forschung, moderne Lehre und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Berlin kann nur dann ein führender Wissenschaftsstandort bleiben, wenn unsere Hochschulen technologisch auf der Höhe der Zeit arbeiten. Unser Ziel ist deshalb eine vernetzte, leistungsfähige und zukunftssichere digitale Hochschullandschaft.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf hochschulübergreifenden Kooperationen. Die Berlin University Alliance hat bereits eine starke Grundlage für gemeinsam genutzte wissenschaftliche und digitale Infrastruktur geschaffen. Diese erfolgreichen Ansätze wollen wir gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen konsequent weiterentwickeln. Ziel sind leistungsfähige, hochschulübergreifende IT-Strukturen, die Ressourcen bündeln, Synergien schaffen und Forschung wie Lehre gleichermaßen stärken – von Forschungsdatenmanagement und Cloud-Lösungen bis hin zu gemeinsamen digitalen Plattformen.

Ein besonderer Zukunftsmotor ist für uns das neue Zentrum für Künstliche Intelligenz. Berlin verfügt damit über einen national wie international sichtbaren Leuchtturm mit erheblicher Strahlkraft für Wissenschaft, Innovation und Transfer. Im Sinne unseres Grundsatzes „Stärken stärken“ wollen wir Berlin gezielt zu einem führenden KI-Standort weiterentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Spitzenforschung, sondern ebenso um die enge Vernetzung von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen. Gerade die Technologieparks im Umfeld der Hochschulen bieten ideale Voraussetzungen, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in wirtschaftliche und gesellschaftliche Anwendungen zu überführen.

Zugleich steigt der Bedarf an Rechenleistung, Datenspeicherung und digitalen Forschungsumgebungen erheblich. Ein international konkurrenzfähiger Wissenschaftsstandort braucht daher moderne und leistungsfähige Rechenzentren. Um Infrastrukturprojekte schneller, effizienter und strategischer umzusetzen, wollen wir hierfür auch die geplante Hochschulbaugesellschaft gezielt nutzen. Gerade in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Forschungsdaten und Hochleistungsrechnen werden wir uns zudem dafür einsetzen, dass die Berliner Hochschulen verstärkt von Förderprogrammen und Bundesmitteln profitieren.

Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Forschung und Wissenschaft sind deutlich spürbar. Als immer mehr unverzichtbares Werkzeug unterstützt KI die menschliche Erkenntnisfähigkeit und beeinflusst die moderne Forschung. Wir stärken bspw. die KI-Forschung der Hochschulen, indem wir eine verlässliche und auskömmliche Hochschulfinanzierung garantieren.

In einer zunehmend digitalisierten Wissenschafts- und Forschungsumgebung sichert eine digitale Souveränität den Hochschulen die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und IT-Infrastrukturen. Ohne sie droht eine zunehmende Abhängigkeit von Firmen, die bspw. nicht europäischen Datenschutzgesetzen unterliegen. Wir werden daher die Hochschulen in ihren Bestrebungen unterstützen, diese Abhängigkeiten abzubauen, indem bspw. Open-Source- bzw. nicht proprietäre Softwarelösungen zukünftig verstärkt verwendet werden.

Wir wollen OpenScience durch gezielte Förderung weiter ausbauen und Forschende und Lehrende stärker dabei unterstützen, ihre Ergebnisse der Allgemeinheit im Sinne von OpenResearch und OpenAccess zur Verfügung zu stellen sowie hierzu entsprechende gesetzliche Vorgaben umsetzen. Berlin braucht eine OpenScience-Strategie und die entsprechende infrastrukturelle Untersetzung.

Die forschungspolitische Strategie unterstützt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der BerlinerWissenschaft. Sie adressiert das Thema verantwortungsvolle und souveräne Digitalität und KI. Wir begrüßen den Ansatz der Berlin University Alliance (BUA) der shared ressources und unterstützen explizit die Schaffung gemeinsamer digitaler Infrastrukturen für den Berliner Wissenschaftsraum.